artefact Glücksburg: Humusaufbau und Biomeiler zum Selber machen: Ein ungewöhnliches Theorie-Praxis-Seminar für Landwirte und Bo

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Heiner Cuhls
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Beigetreten: 25/04/2011

Humusaufbau und Biomeiler zum Selber machen:
Ein ungewöhnliches Theorie-Praxis-Seminar für Landwirte und Bodenkundler

http://www.artefact.de/de/aktuelles/index-2012.html

Vier Tage lang setzten sich im Glücksburger Zentrum für nachhaltige Entwicklung, artefact, etwa 40 Fachleute und Interessierte aus acht Bundesländern, Österreich und Dänemark mit neuesten Erkenntnissen von Boden- und Wasserschutz, Nährstoff- und Energiegewinnung in Land- und Forstwirtschaft auseinander. Viele alte Gewissheiten wurden infrage gestellt.

„Das probiere ich auf meinem Hof jetzt selber aus!“ wurde von Landwirten aus Bayern wie aus Schleswig-Holstein gleich mehrfach angekündigt. Denn Alle waren sich einig, dass die konventionelle Landnutzung der letzten Jahrzehnte so nicht mehr lange weitergeht: dramatische Humusverluste durch zu starken Pflugeinsatz, einseitige chemische Düngung und fehlende Fruchtfolgen sind nicht nur in Mecklenburg-Vorpommern immer deutlicher festzustellen.Während biologisch wirtschaftende Höfe schon längere Erfahrungen mit bodenschonenderen Verfahren haben, bekommt die Diskussion seit kurzem durch wissenschaftliche Versuche und uralte Kenntnisse neuen Auftrieb.  Der experimentierfreudige Landwirt Henning Knutzen aus Hürup begann, sich u.a. intensiver mit der wiederentdeckten Technik der „Terra Preta“ auseinanderzusetzen, mit der indianische Völker vor Jahrtausenden mit Holzkohle und biogenen Reststoffen eine nachhaltige Humuswirtschaft betrieben. Seine Erfahrungen setzte er um bei der Gründung einer eigenen Firma für Produktion und Vertrieb von Humus und Komposttees. Er initiierte auch die jetzige Veranstaltung gemeinsam mit weiteren Vorreitern. So gelang es ihm, Pioniere wie den Agrochemieingenieur Walter Witte aus Quedlinburg, Roland Plocher aus Meersburg und andere Fachleute für mikrobielle Carbonisierung und verwandte Forschungsfelder zusammenzubringen. Wissenschaft und Praxiserfahrung sorgten bei der viertägigen Veranstaltung nun für durchaus kontroverse Diskussionen. Gingen bei der Bewertung von Fäulnisbakterien, Sporen und Pilzen für die Bodenfruchtbarkeit die fundiert vorgetragenen Meinungen oft auch weit auseinander, so wurde am Praxistag umso engagierter an einem gemeinsamen Projekt gearbeitet: unter Anleitung von Heiner Cuhls von Native Power wurden Hunderte Säcke mit gehäckselter Biomasse gefüllt und in mehreren Lagen 2 Meter hoch um wasserführende Schläuche verbaut, die die Prozesswärme der natürlichen Abbauprozesse mehr als ein Jahr lang für Heizen oder Trocknen abführen sollen. Der erste Biomeiler Angelns ging in Hürup sogleich in Betrieb!

Kleingarten- und Blumenliebhaber belegten am Abschlusstag mit zahlreichen Beispielen, wie mit unterschiedlichen Verfahren gewonnene Bio- Dünger und Humustees besseres Pflanzenwachstum und -gesundheit bewirkten. „Wir brauchen mehr Humusaufbau statt Blaukorn in Land- und Gartenbau“ waer sich Alle einig. Wegen der großen Resonanz wird schon jetzt überlegt, eine Folgeveranstaltung im Frühjahr zu organisieren. Interessierte wenden sich bitte per mail an info@artefact.de oder office@hamhamgmbh.de.

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