Biomeiler 1.0, Südbrandenburg, Erfahrungsbericht

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ratsheide2014
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Beigetreten: 27/12/2014

So ihr Lieben. Meinen Meiler habe ich im letzten Jahr nach und nach befüllt mit allem was an Biomasse auf dem Grundstück angefallen ist. Holzreste, Grasschnitt, Laub, Stroh, Stalldung. Zu guter letzt gabs von der Stadtbrigade noch 2 LKW Ladungen frisch gehäckseltes und einen Tag haben wir selbst mit dem Schredder für den Rest gesorgt. Alles wurde per Schippen und Schaufeln in den Meiler gebracht

Da ich kein Holzhacksel kaufen wollte hat sich der Aufbau somit übers ganze Jahr verteilt.

Wir haben am 31.12.15 gegen Mittag die letzte Schicht aufgesetzt, auch wenn die Witterung nicht gerade ideal dafür war, um mit Wasser zu hantieren (um die -1 Grad).

Dadurch das die unteren Schichten bereits ordentlich arbeiteten, war es jedoch für den Meiler kein Problem sich selbst zu erwärmen.

Insgesamt haben wir 4 Lagen Rohre a 100m eingebracht, wobei die erste Lage leider zu weit unten gelandet ist.

6 Tage später betrug die höchste gemessene Temp in der dritten Lage 73,1 Grad.

Die Außentemp lag zu der Zeit bei bis zu -10 Grad, der Meiler hat sich selbst vom Schnee und Eis befreit.

Am 8. Tag haben wir die Rohre mit Wasser gefüllt. Durch das Befüllen und das Entlüften brach die Temp um knapp 15 Grad ein, da sehr viel Wasser durch das Rohrsystem musste, bevor alle Luft raus war. Danach ist der Meiler nicht mehr in den Temp Bereich von 70 Grad gekommen.

Am 10. Tag einen ersten Testlauf in Kombination mit dem Pufferspeicher durch geführt.

Der Meiler ist an den 300 Liter Brauchwasserspeicher meiner Wärmepumpe angeschlossen, da diese über einen Wärmetauscher verfügt (Solarer Anschluss).

Mein Ziel bzw. wäre es ein Erfolg, wenn der Meiler sozusagen die Grundtemp im Brauchwasserspeicher herstellt, sagen wir bis 35-38 Grad, dann macht die Wärmepumpe den Rest, obwohl diese schon sehr effektiv ist. Eine andere Nutzung der Wärme ist derzeit nicht möglich, evt. Noch zur Erwärmung von Aquariumwasser.

Für uns ist dieser erste Meiler auch ein Testobjekt, um Erfahrungen zu sammeln.

Aktuell liegen die Temps in den Lagen bei 55 bis 64 Grad.

Der Brauchwasserspeicher war bei 19 Grad, der Rücklauf aus dem Meiler betrug 55 Grad. Nach 30 Minuten Pumpe laufen lassen, hatten sich die 300 Liter Brauchwasser im Puffer auf 38,7 Grad erwärmt.

Dabei haben die 4 Lagen im Durchschnitt 1,02 Grad verloren, die bereits nach knapp 10h wieder aufgeholt wurden und darüber hinaus.

Lediglich die erste Lage hat eine fast konstante Temp von 40 Grad.

Aktuell sind hier Außentemp von um die  Null Grad.

Im Meiler selbst und bis zum Haus ist PE Rohr DN32 verbaut, im Haus ist es PE Rohr DN20.
Alle Rohre im Keller wurden mit 25mm Schaumstoffisolierung gedämmt.

Im Testbetrieb zeigte sich, dass die PE Rohre weich werden und sich verformen.
Im Keller sind es bis zum Puffer 20 Meter.

Die Außen im Erdreich eingebrachte „Fernwärmeleitung“ habe ich selbst aus Dämmresten gebaut.

Soweit der Stand der Dinge, meine Erfahrungen. Den Meiler werde ich in den nächsten Tage weiter in Ruhe lassen, schauen wo die Temp hingehen.

Eine Frage beschäftigt mich jedoch die ganze Zeit – haben wir richtig gewässert??? Alle gefundenen Angaben, Beschreibungen sind mir zu wage, nicht eindeutig.
Hier kommt sicherlich Erfahrung ins Spiel, wer es schon öfters gemacht hat oder schon mal gesehen hat.

Immer 20-30 cm Material, dann gewässert bis Material deutlich durchfeuchtet schien und sich leicht „verklebt“ hat, dann gerade gezogen.

Standort:
03130 Spremberg, Brandenburg, Nordseite hinterm Haus

Umrandung mit Baustahlmatten
Volumen, Brutto:          ca.45-50 m³
Durchmesser:              5 m
Höhe:                           2,30 m Baustahlmatten + 60 cm Überfüllung
Grundfläche:                20 m²
Umfang:                       16 m
Mantelfläche:               37 m²
geschätzte Leitung:      5 kw

Wassermenge im Rohrsystem:
332 Liter (0,83 l/m, 4x Rohrlage a 100 m, DN32) +
33 Liter (0,83 l/m, 2x 20 m Zuleitung Außen, DN32) +
12 Liter (0,3 l/m, 2x 20 m Rohr Keller, DN20)
377 Liter Summe

4 Temp Sensoren im Kern jeder Lage, angeschlossen an die Solarsteuerung.
Ein 5. Sensor misst im Pufferspeicher.

Alles in allem betragen die Materialkosten 1.047,00 €, wobei der Schredder mit 280 € da mit drin steckt. Vieles an Material war bereits vorhanden.

Würde mich über ein Feedback freuen und evt. gibt es ja auch in meiner Region Biomeilerbetreiber. Gern persönlicher Erfahrungsaustausch, Forum ist doch eher mau.

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MfG
Holger Köchel
holger.koechel@gmail.com

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