Humus einfach selber herstellen und 95 dz/ha Weizen ernten!

Bei Diesem Artikel handelt es sich um eine Mitschrift von einem Seminar. Teile der Inhalte haben sich im Laufe der Zeit weiterentwickelt oder sind auch unvollständig, dieser Artikel ist keine Gebrauchsanweisung des Witte Verfahrens. Bitte lesen Sie zur Information aus erster Hand das Buch von Walter Witte im Original http://www.mc-bicon.de/das-buch.php.

Weiterhin gibt es zu dem Thema eine in 2017 fertiggestellte Doktorarbeit, gegen einen kleinen Kostenbeitrag von € 15 ist diese über uns als PDF Dokument  zu beziehen, bitte eine Mail an: info@native-power.de.

Das Verfahren zur "microbiellen Karbonisierung" ist ausschließlich von Walter Witte, Native Power hat hierzu mit Herrn Witte 2012 und 2013 einige Seminare abgehalten, aber nicht an dem Verfahren mitgewirkt.

Humus einfach selber herstellen und 95 dz/ha Weizen ernten!

Die Mirobielle Carbonisierung und der Humusaufbau nach „Walter Witte“

Dieser Artikel ist erschienen in dem Rundbrief des Ökoring Schleswig Holstein

Ausgabe 12. Dezember 2012

 

Weitere Seminare mit Herrn Witte am 08.02.2013 in 27419 Wohnste und 22.02.2013 in 34439 Eissen, siehe hierzu www.native-power.de und

http://www.native-power.de/de/calendar/2013-02

eine gemeinsame Veranstaltung der HamHam GmbH und Native Power LTD

5. Ackerbau: Humus einfach selber herstellen und 95 dz/ha Weizen ernten!

Walter Witte, Dipl. Ing Gartenbau und Agrochemieingenieur, in Quedlinburg ansässig, hat die „Mikrobakterielle Carbonisierung (=MC)“ entwickelt. Eingeladen war er zu einem Vortrag in Glücksburg im Rahmen einer Seminarreihe von der HamHam GmbH und Native Power Ltd. rund um die Humusherstellung.

Bei dem Verfahren von Herrn Witte entsteht Humus durch Bakterien, die den Abbau der organischen Substanz biochemisch durch einen Gärstoffwechsel vornehmen. Hierbei wird wenig Energie in Wärme und Gase umgesetzt, die meiste Energie verbleibt im entstehenden Humussubstrat. Vor allem Kohlenstoff, der bei der „klassischen“ Kompostierung im Endprodukt Kompost nur noch zu einem geringen Anteil (5-10 %) zu finden ist, ist bei

dieser Methode noch zu 100% nachweisbar! Dadurch entsteht ein höherer Anteil an Huminstoffen, die die dauerhafte, auch chemische Stabilität der Humuspartikel gewährleisten.

Während bei der bisher „klassischen“ Kompostierung die organische Masse mehrmals umgesetzt wird, um dem Abbauprozess Sauerstoff zuzuführen, wird bei der MC Carbonisierung das organische Ausgangsmaterial einmal gemischt, dann fest zusammengedrückt und liegen gelassen. Bis der Gärprozess der MC’s ausreichend Huminstoffe erzeugt hat, dauert es ca. 6-8 Wochen. Danach kann das Material auf die Ackerfläche ausgebracht werden. Herr Witte empfiehlt, pro ha 20-50 to auszubringen. Bei 50 to vermutet er, dass das Ausbringen erst nach ca. 8-10 Jahren wiederholt werden muss In dieser Zeit stehen z.B. für Getreideanbau ausreichend

Nährstoffe zur Verfügung, um einen Ertrag von 95 dt/ha zu generieren. Bisher wurden vier Jahre nach Ausbringung dieses Kompostes auf einem konventionellen Ackerbaubetrieb begleitet.

Ein Vorteil dieses Humus-Kompostes ist, dass die Pflanzen sich selbst die Nährstoffe „entnehmen“, d.h. aufschließen können, die sie brauchen. Bei konventioneller Düngung, z.B. mit Stickstoff, werden die Pflanzen mit dieser Substanz im Wurzelbereich umspült und sind aufgrund ihrer Osmose immer gezwungen, diesen aufzunehmen und umzusetzen. Es kommt so zum Ungleichgewicht im Stoffwechsel der Pflanzen. Bei dem Einsatz des MC-carbonisierten Kompostes dagegen wachsen die Pflanzen harmonisch.

Als zweiter Vorteil ist zu erwähnen, dass Bakterien während der Kompostierung Wasser spalten. Dies wird an die entstehenden Huminstoffe angelagert. Diese Huminstoffe dienen als „Puffer“ bei Trockenheit: sie können dann das Wasser wieder an die Pflanzen abgeben.

Nicht nur das Vorhandensein der Nährstoffe alleine im Boden ist für die Pflanzen wichtig, sondern vielmehr deren Verfügbarkeit. Pflanzen brauchen für die Aufnahme der meisten lebenswichtigen Nährstoffe reduzierende Verhältnisse, d.h. es darf kaum Sauerstoff (O2) im Boden vorliegen. Bestimmte Kulturen, z.B. Rüben, brauchen allerdings einen höheren Anteil an Phosphor und Schwefel, die die Pflanzen nur unter oxydativen Verhältnissen aufnehmen können. Im Anbau ist deshalb darauf zu achten, dass flach (max. 3 cm) gehackt wird. So werden in der oberen Schicht oxydative Verhältnisse erzeugt. In dem darunter liegendem Boden sollten

dagegen reduzierende Verhältnisse vorliegen.

Im Getreidebau wird dagegen ein Anwalzen mit Ringelwalze so früh wie möglich im Frühjahr empfohlen, da Getreidepflanzen nicht vermehrt Phosphor und Schwefel als Nährstoffe benötigen.

Für die Erstellung des eigenen MC carbonisierten Kompostes sind folgende Rahmenbedingungen zu beachten: Es wird ein umso höherer Huminstoffanteil erzeugt, je höher der Ligninanteil des Ausgangssubstrates ist.

Weizenstroh enthält z.B. 6-8 % Lignin bezogen auf die Trockensubstanz (TS), während andere Getreidearten bei 5% Lignin TS liegen. Holzhackschnitzel enthalten 48-56 % Lignin.

Abb 1:                                                                                    Abb 2:

Kompostmaterial nach 8 Wochen MC Carbonisierung Entstandener Humus nach Austrocknung: es ist zu

Und pelletierter MC-Kompost nach 8 Wochen, damit sehen, wie viele Salze gebunden sind.

weiterer Abbau gestoppt wird. Huminstoffe sind darin stabil enthalten.

Je kleiner das Ausgangsmaterial gehäckselt wird, desto größer ist die Oberfläche für die MC’s für den zügigen Abbau und dann Umbau des organischen Ausgangmaterials.

Ligninhaltige und gut zu zersetzende organische Masse wird vor dem Aufsetzen der Miete gemischt. Dabei müssen mindestens 15% leicht zersetzbares Material eingemischt werden, wie z.B. Gülle, Rindermist o. ä.. Ligninhaltige und organisch schnell umsetzbare Materialien können ansonsten in einem weiten Rahmen schwanken, wie z.B. 30%-70%, 50%-50% oder 70%-30%. Die Miete sollte mindestens 0,5 m bis maximal 2 m hoch angesetzt werden.

Aoerobe und anaerobe Bakterien arbeiten dann Hand in Hand: die aeroben Bakterien am Mietenrand sind Voraussetzung, um die erwünschte Gärung im Kern der Miete zu unterstützen. Daher ist Abdeckung mit Folie oder dickem Vlies nicht vorteilhaft, auch wenn zuviel Regenwasser die MC’s bei ihrer Arbeit stört. Hier hilft in unserem norddeutschen Klima, die Miete spitz aufzusetzen, damit das Regenwasser besser abgeleitet wird.

Die Mikroorganismen schaffen sich für den Abbau die Temperatur, die sie brauchen, selber; sie darf allerdings nicht über 49°C steigen, da dann wichtige Umbauprozesse gehemmt werden. Entsteht eine zu hohe Temperatur, so muss die Miete stärker verdichtet werden.

 

 

Abb 3:                                                                           Abb 4:

Kompostmiete zu Beginn des Rotteprozesses, hier 50% Kompost fertig: Huminsäuren sind erkennbar nach

Grünschnitt und 50% Bioabfall eingesetzt, wurde mit Rad- unten gewandert, weißlicher Belag durch Mikroladerschaufel verfestigt, bei Zusammendrücken mit Hand organismen entstanden.

weniger als 2 cm einsinken möglich

 

Die Abbildungen 3 und 4 hat Herr Walter Witte freundlicherweise für diesen Artikel zur Verfügung gestellt.

Fazit: Faszinierendes Ergebnis mit einfachen Mitteln. Empfehlung: selber ausprobieren.

Romana Holle

romanaholle@oekoring-sh.de

 

Anmerkung von Native Power:

Die Herstellung von eigenem Kompost und von Wärme zur Nutzung in Gewächshäusern und Wohnhäusern steht in engem Zusammenhang mit Biomeilern.

Der Biomeiler ist eine „low tech“ Anwendung zur Humus und Wärmegewinnung und für „jedermann“ einfach zu erstellen.

Weitere Seminare mit Herrn Witte am 08.+ 09.02.2013 in 27419 Wohnste und 22.+23.02.2013 in 34439 Eissen, siehe hierzu www.native-power.de und

http://www.native-power.de/de/calendar/2013-02

 

 

 

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